Warum APL !

Fortführung

Hinweise vorab: Diese Fortführung bezieht sich auf die Einführung. Sie befassen sich hier mit einem inhaltlich stark verdichteten, gleichzeitig kurzen und - dies liegt in der Natur der Dinge - auch gegenüber der herkömmlichen Astrologie kritischen Text zum Thema der "AstroPolarity-Deutungslehre vom 5-fachen Weg".

Der Text dient ausschließlich der allgemeinen Einführung in das Thema für aufgeschlossene Astrologieinteressierte innerhalb dieses öffentlichen Astrologieportales. Die eigentliche Erfahrung, die Sie mit dem hier Dargelegten machen können, gründet sich einzig auf ernsthafte und angeleitete Ausübung innerhalb einer AstroPolarity-Ausbildung und Ihrer diesbezüglich orientierten späteren methodischen Arbeit. Sie ist nicht durch alleiniges Lesen solcher Texte oder gar unangeleitetes, kurzes Anwenden (Nachahmen) des Dargelegten vorwegzunehmen!

APL-Deutungsseminare finden regelmäßig statt. Um schon vorab an dieser Stelle einem typischen und häufigen Missverständnis vorzubeugen ist der deutliche Hinweis notwendig, dass es sich bei dem hier beschriebenen “5-fachen Weg” nach APL nicht um das vergleichsweise überholte und inhaltlich erheblich aussageschwächere Deutungsmodell der Häuserherrscher handelt, das in der herkömmlichen Astrologie immer noch Verwendung findet. 

*** * ***


Der 5-fache Weg: Die AstroPolarity-Deutungslehre der akausalen Vernetzungen innerhalb von Geburtsbildern

- Die autopoietische Kybernetik und Synergie des Geburtsbildes -

Der 5-fache synergetische APL-Deutungsweg erfasst und umfasst auf astrologischem Wege über die Seins-Ebenen

  1. Ursache = Inhalt = Problem
  2. Wirkung = Form = Lösung (negativ und positiv)
  3. Transmitter = Verbindungsglied zwischen Ursachen und Wirkungen
  4. Bindungskontext = Lösungsweg zur Änderung negativer Wirkungen ins Positive
  5. Ausgleichskontext = eventuell nötige Gangbarmachung des Lösungsweges


jede Lebenserscheinung körperlicher, seelischer, geistiger oder spirituell-mentaler Art und ermöglicht nachweisbar mehr als jede andere astrologische Vorgehensweise im Bereich der Deutung universell gültige, zudem schnell auffindbare, inhaltlich genauestens treffende und tief detaillierte Antworten unabhängig von der Art oder Komplexität der Fragestellung. So gesetzt ist das astrologische Segel immer in absichtsloser, gelassener Erwartung der Winde des Schicksals, egal woher sie kommen mögen, egal wohin sie das Schiff bringen werden. Das ist höchstmöglich veritable Astrologie.

In Ergänzung zu den Darstellungen der 5 Säulen der AstroPolarity-Deutungslehre lesen sie weiter unten auch nach unter

  • Reflexion, Veränderung und Kraft
  • Tiefe Strukturzusammenhänge der Akausalität
  • Gedanken zur Problemlösung und Resourcenfindung


1. APL-Deutungswegebene - Die Ursache (Aufgabe)

... ist der Same, das schwer Erfassbare, scheinbar „nicht Existente“, das „ferne Reich der Herkunft“,  der „verborgenen Raum“ (nach altägyptischer Überlieferung). Die Ursache repräsentiert die jenseitigen Entsprechungen unserer Existenz und die objektiv vorgegebene Ordnung (die Tatsachen des Lebens),  die in und zur Wirkung drängt. Die Ursache ist „die Frage an sich“.

Die Ursache ergibt sich 1. durch die Felderspitze (Tatort) und 2. durch das Zeichen (Art und Weise). Im Gegensatz zur Wirkung ist die (interne und externe) Ursache theoretisch leichter zu interpretieren (zwei anstelle drei Merkmalsebenen), aber praktisch schwerer nachweisbar beziehungsweise wahrnehmbar.

Wir unterscheiden zwei Arten von Ursachen:

1. Die interne Ursache:

Sie ist allgemeiner, oberflächlicher und im Verhältnis zur externen Ursache offensichtlicherer Natur und gilt für alle Menschen mit gleicher Wirkung. Sie ist also direkt aus einer Wirkung ableitbar! Begründung: Die Wirkung (das heißt die Fokuskonstellation, siehe dort) beinhaltet schon „von sich aus“ formell bereits auch immer einen ursächlichen Anteil. Daher zeigt sich die interne Ursache über und in ihrer Wirkung. Formelles Beispiel: Wirkung=Saturn-Mars weil Saturn in Feld 1. Interne Ursache=Feld=1=Mars. Saturn ist „der ausschließliche Anteil“ der Wirkung, Mars ist der „intern ursächliche Anteil“ der Wirkung.

Einfaches inhaltliches Beispiel im Bereich des Körperlichen: Ein Jupiter-Saturn (zum Beispiel über Jupiter in Feld 10) kann eine Hüftgelenksarthrose symbolisieren. Jeder, der an einem solchen Symptom (oder einem anderen, welches astromedizinisch über Jupiter-Saturn diagnostiziert werden kann) erkrankt, leidet im Geistigen ursächlich an seinen eigenen, latent anzweifelbaren Überzeugungen und der prinzipiellen Ungesichertheit seiner (Lebens)Erkenntnisse, er zweifelt und hofft zugleich und ist dabei uneinsichtig bis borniert anderen Ansichten gegenüber – vor allem, wenn diese besonders tiefgründig erscheinen.

Diese Ursachenbeschreibung zum Beispiel eines Hüftproblemes über Jupiter-Saturn gilt für alle Menschen mit dieser Erkrankung gleichermaßen (natürlich in allen Intensitätsstufen). Wenn überhaupt tieferliegende Ursachen gefunden werden können, dann wird die interne Ursache i.d.R. fälschlicherweise von den allermeisten Menschen als die „eigentliche“ Ursache angesehen. Auch Astrologen machen da keine Ausnahme.

Die Begründung eines Leidens durch die interne Ursache ist zwar nicht falsch, aber im Verhältnis zur externen Ursachenebene zu oberflächlich, weil sie die unentdeckt gebliebene, wahre Individualität der Begründungsebene vollkommen unberücksichtigt lässt. Daher ist das Arbeiten nur an internen Ursachen ähnlich schulmedizinischer Symptombehandlung einzuschätzen und reicht zum Erkennen der wahren Gründe niemals wirklich aus.

2. Die externe Ursache:

Sie ist die eigentliche Ursache! Sie ist höchst individuellerer, tiefliegenderer Natur, allerdings im normalen Bewusstseinszustand nur schwerst bis kaum ergründbarer. Sie gilt im Zusammenhang mit einer bestimmten Auswirkung immer nur für den einzelnen betroffenen Menschen. Die externe Ursache ist normalerweise nicht direkt aus ihrer Wirkung ableitbar! 

Begründung: Die Wirkung (das heißt die Fokuskonstellation) beinhaltet formell zwar einen externen ursächlichen Anteil, dieser ist jedoch identisch mit dem „ausschließlichen Anteil“ der Wirkung (=Saturn im obigen Beispiel). Der eigentliche „extern ursächliche Anteil“ taucht jedoch formell (also als Planet) in der Wirkung nicht auf. Formelles Beispiel: Wirkung=Pluto-Uranus weil Pluto zum Beispiel in Feld 11. Externe Ursache zum Beispiel= Skorpion an Feld 1=Mars. Mars ist der „extern ursächliche Anteil“ der Wirkung, damit ist er also formell in der Wirkung=Fokuskonstellation (Pluto-Uranus) nicht sichtbar.

Einfaches inhaltliches Beispiel im Bereich des Körperlichen: Der Pluto-Uranus ist zum Beispiel bei Epilepsie diagnostizierbar. Skorpion zum Beispiel an Feld 1 symbolisiert in Form von Mars-Pluto die externe, eigentliche Ursachenebene: a) extreme Unterdrückung der Überlebenskräfte – im Sinne extremer Kontrolle des Energieabflusses durch den Geist, b) in der Folge schwerste Aggressionspotenziale – vor allem, wenn man sich geistig attackiert sieht, c) vollkommen unbewusstes, amokartig gereiztes Denkklima – daher ständige Überlebenskämpfe in den geistigen Tiefenschichten, d) ursächlich angelegter Tätigkeitszwang aufgrund unbewusst gebliebener Absichten (autonom-naive Motivationen) … und so weiter ...


Innerhalb APL arbeiten wir ausschließlich auf der externen, eigentlichen Ursachenebene, denn einzig und nur in ihr liegt die tiefe, individuelle und wahre Begründung für das vom Klienten subjektiv erlebte Leiden (die Lebens-Un-Ordnung) beziehungsweise sie klärt, warum er sein Anliegen überhaupt hat. Die gefundene externe Ursache stellt - soweit nötig - den ersten Teil der Antwort des Astrologen dar. Wichtig: sie kann ausschließlich „vom Prinzip her“ beziehungsweise „entpersonifiziert“ beschrieben werden, da sie Inhalt und nicht Form ist.

Daher kann der Klient die externen Ursachen auch nicht über Ereignisse oder Erlebnisse wahrnehmen (interne Ursachen bei genügend Eigenreflexion dagegen sehr wohl). Externe Ursachen zeigen sich – wenn überhaupt - als solche niemals deutlich oder gar direkt in ihren Wirkungen (siehe oben)! Sie sind als eine „archetypische Konstitutionalisierung", als eine Art „chiffriertes Kernwesen“ in der Anlagestruktur eingelagert und insoweit eben "ohne Form" – sie entsprechen also dem "rein inhaltlichen Prinzip".

Der Zen-Meister Huang-po schreibt in einer Lehrrede über die “Leere” in Worten, die dasjenige, was innerhalb APL als “Externe Ursachenebene” bezeichnet wird, in wunderbarer Weise (in Bezug auf das eigentlich Gemeinte) wider geben: “Die Leere ist grundsätzlich ohne räumliche Dimensionen, ohne Leidenschaften, Tätigkeiten, Täuschungen oder rechtes Verständnis. Man muss klar erkennen, dass in ihr keine Dinge, keine Menschen, keine Buddhas existieren; denn diese Leere enthält nicht die geringste Spur von irgend etwas, das räumlich wahrnehmbar ist. Sie hängt von nichts ab und ist an nichts gebunden. (...) Sie ist das aus sich heraus bestehende und ungeschaffene Absolute.”

Zur Abfrage von Vermutungen über mögliche Ursachen kann man dem Klienten in Beratungen direkt oder indirekt folgende Frage stellen: “Warum konnte es möglich sein, dass (...was ist...) geschehen ist?“ Die Frage „Warum“ wird vom Klienten i.d.R. jedoch über das Beschreiben nur der internen Ursache (soweit überhaupt möglich, siehe oben) beantwortet werden können und dient daher keinesfalls der Klärung der externen Ursache sondern der Klärung des Bewusstseinsstandes über die interne Ursache seitens des Klienten. Beachten: bei extrem entwickelten oder höchst sensitiven Menschen (aber z.T. auch bei extrem problembewussten Menschen) kann es dennoch vorkommen, dass auf die Frage „Warum“ Antworten gegeben werden, die zwar recht abstrakte, aber doch auffällige Ähnlichkeiten mit der Konstellation haben, die für die jew. externe Ursache stehen.

Merksätze zur (externen) Ursache:

  • Die Kombination von 12 Zeichen und 12 Feldern ergibt 144 mögliche und unterscheidbare Ursachenebenen für den Menschen.
  • Eine Auswirkung kann prinzipiell 12 verschiedene externe Ursachen haben.
  • Ursachen sind nicht änderbar.
  • Alleinige verstandesbezogene Kenntnis der internen oder auch externen Ursache erzeugt ein „totes Wissen“ beziehungsweise nur reines Problembewusstsein (Problemorientiertheit) und verhilft daher nicht zu Änderungen an der (negativen beziehungsweise schlimmen) Wirkung.
  • Es bedarf Antriebsenergie, um Ursachenkenntnis in Konsequenz umzusetzen, das heißt: vom Denken über das Empfinden ins Handeln kommen. Diese Antriebsenergie wird „verfügbar“, wenn externe (nicht interne!) Ursachen als Primärgefühle nach einer angemessenen Zeit des emotionalen Sich-Aussetzens spürbar werden (siehe auch Veränderungskraft).
  • Felder/Zeichen sind immer das Vergangene – weil extern Ursächliche. Somit sind sie immer auch der er-innerte Inhalt einer Ver-Äußerung.
  • Ursachen formen sich aus der Vergangenheit zu gegenwärtigen, lebendigen Wirkungen.
  • Um welche Arten von Geburtsbildern es sich handelt (menschliche, Ereignisse und so weiter ...) ist vollkommen egal, die derart gebildete Ursachenebene ist universell anwendbar.


Schlussgedanken:

Die externe Ursache(nebene) ist –ganz im Gegensatz zur Wirkungsebene - über den Intellekt beziehungsweise Verstand unzugänglich. Sie verweigert sich der Denkfunktion, öffnet sich dagegen aber in Grenzen, wenn man sich ihr über ein hypnotisch eingestelltes, tranceartiges Empfinden nähert (vergleichbar einer „dissoziierten Metaposition“, wie sie aus der systemischen Therapie beziehungsweise Psychologie bekannt ist).

Dieser seelisch-metaphysische Erkenntnisweg zu den wahren Ursachen ist für den Berater beziehungsweise Astrologen sehr schwierig zu gehen und stellt wohl mit die größte Herausforderungen dar, wenn es um die Wahrnehmung existentieller Lebensprozesse geht. Es bedarf in jedem Falle allergrößter astrologischer, beratungspsychologischer und auch spiritueller Erfahrung, um an die wahre Quelle derjenigen Geschehnisse vorzustoßen, die den Klienten in die Beratung kommen lassen. Ich empfehle daher, derartiges nur anzugehen, wenn der dabei anfallende energetische und ideelle Aufwand seitens des Beraters beziehungsweise Astrologen in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen für den Klienten steht.

Berater beziehungsweise Astrologen, die über zu geringe methodische Fähigkeiten beziehungsweise Erfahrungen innerhalb des Benannten verfügen, werden andererseits keinen Schaden anrichten können, da sie nur an der Oberfläche (zumeist der internen Ursachenebene) bleiben und alles sonst Mögliche nur ungesagt bleibt. Nach meiner Erfahrung als Berater kann ich sagen, dass in etwa 1/3 aller Fälle eine externe Ursachenerforschung indiziert ist wobei klar sein muss, dass es sich dann auch immer um extreme „Problemfälle“ wie zum Beispiel körperliche oder schwerste seelische Erkrankungen oder Traumata oder chronisch intensitätsgesteigerte Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich handelt.

2. APL-Deutungswegebene - Die Wirkung (positive und negative Lösung)

... ist die Frucht, das Näherliegende, Offensichtliche, „die Nachricht des Boten aus dem fernen Reich der Herkunft“. Die Wirkung repräsentiert die diesseitigen Entsprechungen unserer Existenz. Sie stellt das Symptom oder das Anliegen des Klienten dar und ist insofern „die Antwort an sich“. Prinzipiell kann sie in guter oder schlimmer Form erscheinen. In ihrer schlimmen Form stellt sie das subjektiv erlebte Leiden und damit die Frage des Klienten (nicht die „Frage an sich“ = Ursache) beziehungsweise das phänotypisch Wahrnehmbare dar. Mit ihr sind Astrologe und Klient fast ausschließlich beziehungsweise hauptsächlich konfrontiert.

Die Wirkung beziehungsweise Lösung im Guten oder Schlimmen ergibt sich

  1. durch die Eigenqualität des Planeten und
  2. durch seine Stellung im Zeichen (Art und Weise) und
  3. seine Stellung im Feld (Tatort).

Im Gegensatz zur Ursache ist die Wirkung schwerer zu interpretieren (drei Merkmalsebenen), aber im Lebensverlauf leichter nachweisbar.

Die direkt und zeitlich am frühesten einsetzende Auswirkung der Ursache nennt man Primärwirkung. Diese zeigt sich i.d.R. in den vorgeburtlichen und frühkindlichen Erfahrungsbildern. Dagegen ist eine Sekundärwirkung Folge der Primärwirkung, also nur Reaktion auf eine bereits vorhandene Auswirkung. Sekundärwirkungen stehen zwar aufgrund ihrer „sich wiederholenden Lebenswellen“ i.d.R. im Vordergrund der alltäglichen, oberflächlichen Wahrnehmung und sind inhaltlich und zeitlich exakt über die verschiedenen Pyramidenrhythmen (Rhythmische Prognosemethode nach APL) nachweisbar, der eigentliche Diagnosefokus muss aber auf die Primärwirkung gerichtet sein.

Hierzu ist das „Leere Hören“ (nach APL und Zen-Astrologie) methodisch mit Abstand die erste Wahl, denn das „leere Hören“ führt fast automatisch in den astrologischen Fokus beziehungsweise in die direkte Wahrnehmbarkeit desjenigen Konstellationsbildes, welches der Primärwirkung entspricht! All jene Konstellationen, die nur den Folgen von Primärwirkungen entsprechen (die Sekundärwirkungen), treffen nicht den Kern des Klientenanliegens. Daher muss der Berater während des Hörens sowohl zwischen der Beschreibung von primärer und sekundärer Wirkung als auch der Beschreibung interner Ursachen (siehe dort) unterscheiden können.

Gerade die Methode der „Leere im Zuhören“ ermöglicht es wie keine andere, nicht über das Denken sondern über das Empfinden zu dieser tiefen Unterscheidungsfähigkeit zu gelangen. Nur so lässt sich die Fokus-Konstellation analog zur Primärwirkung sicher auffinden. Dies ist die immer zu erfüllende Vorbedingung für jede effektive Beratung und „die eigentliche astrologische Kunst“, die es fernab jeder methodischen Formalität zu erfüllen gilt. Auch ein Arzt oder Homöopath kann nicht effektiv behandeln, wenn er zuvor nicht richtig diagnostiziert.

Zur Abfrage der bisherigen Umstände (Auswirkungen) kann man in Beratungen ganz direkt die folgende, absichtlich einfach gehaltene Frage stellen: “Was ist?“

Merksätze zur Wirkung:

  • Die Kombination aller Planeten von Sonne bis Pluto untereinander ergibt 38 kollektiv gefärbte und 40 persönlich gefärbte – also maximal 78 Konstellationsbilder. Diese repräsentieren die in primär und sekundär unterscheidbaren Wirkungsebenen.
  • Eine Ursache hat formell astrologisch i.d.R. immer auch nur eine Primärwirkung im Sinne eines Konstellationsbildes. Ein Konstellationsbild hinterlässt jedoch im Leben unendlich vielen Formvariationen. Dies sind die Sekundärwirkungen.
  • Wirkungen sind nie Probleme, sondern immer Lösungen - in positiver oder negativer Form.
  • Wirkungen sind änderbar. Dies gilt für Primär- wie Sekundärwirkungen gleichermaßen.
  • Änderungen alleinig an negativen Wirkungen entsprechen nur oberflächlicher Behandlung von Symptomen. Denn:
  • Die schlimme Wirkung ist nicht das eigentliche Problem, sondern nur dessen Folge! (Hinweis: umgangssprachlich wird –wie in vielen dieser Fälle- fälschlicherweise gesagt: „Ich habe das Problem X“. Eigentlich müsste man richtigerweise sagen: „Ich habe die negative Auswirkung X“, … denn das wahre Problem entspricht der Ursache, nicht der hier eigentlich gemeinten Auswirkung).
  • Leiden ist eine „blinde Lösung“, ist „blinde Ordnung“. Sie ist in diesem Sinne Un-Ordnung und führt immer zu hoher Komplexität und zwangsläufiger Undurchschaubarkeit des Lebens (siehe dazu auch begleitende APL-Artikel zur Relevanz der Entropie innerhalb der Astrologie).
  • Die positiv gewandelte Wirkung ist die eigentliche Er-Lösung, die nach Durchleben von tiefen Primärgefühlen (diese liegen an den Orten der externen Ursachen!) und der Un-Ordnung des äußeren Lebensvollzuges gefunden werden kann. Die positiv gewandelte Wirkung ist nicht der Weg, sie ist das Ziel!
  • Die „richtige“ Lösung ist die (wieder)hergestellte, angenommene und einfache, weil wenig komplexe und durchschaubare Ordnung. Sie stellt den Ein-Klang von Ursache und Wirkung her, durch den der Widerspruch der Begriffe und vor allem der beiden Seins-Ebenen aufgehoben ist. Sie ist das Bild der im neuen Gleichgewicht der Kräfte nun wachsenden schöpferischen Lebenskraft.
  • Eine „richtige“ Lösung hält nicht ewig. Sie ist immer nur vorübergehend und verweist auf Neues, da mit ihr bislang unbekannte Erlebnisfelder erschließbar werden.
  • Planeten sind immer das Gegenwärtige – weil Wirkende. Somit sind sie immer auch Ver-Äußerung einer Er-Innerung (Ursache).
  • Wirkung ist die gegenwärtige, lebendige Form/Äußerung/Darstellung von Ursache.
  • Wichtig: Planeten (=Wirkungen) stehen „in einer Ursache“ (=Feld/Zeichen), sie stehen nicht „in ihrer Ursache“! Ausnahme: Ursache, Wirkung und Bindungskontext (siehe Teil VIII) sind identisch. Dies entspricht einer „Isolierten Kette“ und muss gedeutet werden als „ausgeblendetes Thema“.


Schlussgedanken:

Eine tief fundierte Kenntnis vor allem der 38 kollektiven Konstellationsbilder mit Saturn-, Uranus-, Neptun- und Plutobeteiligung ist unumgängliche Bedingung für die sichere Diagnostizierung der Primärwirkung beziehungsweise der Fokus-Konstellation und – siehe oben - die „eigentliche astrologische Kunst“. Ein Hinzuziehen zusätzlicher Deutungsfaktoren ist unnötig, teilweise sogar direkt hinderlich, weil sie – wie Mücken um den Kopf - vom tiefen Erkennen der Primärwirkung abhalten und alle aus ihnen ableitbaren Aussagen bereits innerhalb der 38 kollektiven Konstellationsbilder –sowohl in höchster Genauigkeit als auch Tiefe - enthalten sind.

APL-Berater/innen können aufgrund zweier Hauptgründe klar, schnell und unzweifelhaft diagnostizieren:

  1. aufgrund der die Tiefenerkenntnis fördernden „Kreativen Reduktion“ auf 38 Konstellationsbilder (die natürlich auch als Primärwirkungen lesbar sind), wodurch sich ein Hinzuziehen zusätzlicher Deutungsfaktoren komplett erübrigt und
  2. aufgrund der „Leere im Zuhören“, wodurch sie dem Klienten und sich selbst den größtmöglichen Wirkungsraum ermöglichen und wodurch sie auch ein Sich-Vorbereiten auf Beratungsgespräche nicht mehr nötig haben (siehe auch APL-Beratungsmethodik beziehungsweise Zen-Astrologie/Sessions).


3. APL-Deutungswegebene – Die U/W-Transmitter (Verbindung Ursache/Wirkung)

Ursache (U) und Wirkung (W) bilden die zwei polaren Glieder der Lebenskette. Das Leben selbst besteht dabei aus unendlich vielen Ursache-Wirkungsverkettungen, aus unendlich vielen im Wechsel wirksamen Ursachen und Wirkungen. Die Erkenntnis, dass die Welt und ihr ewig seiendes Grundgesetz von Ursache und Wirkung nicht als eine einfache monokausal-lineare, sondern als eine komplexe akausal-dynamische Dimension gesehen werden muss, kann auch astrologisch mithilfe der AstroPolarity-Deutungsmethode eindrucksvoll bestätigt werden.

Dabei geht es für die Astrologie weniger um die universelle Tatsache, dass eine unendliche Anzahl sekundärer Wirkungen von gestern die internen Ursachen von morgen sind und dass dabei das Heute als die immer gegenwärtige Verknüpfungsstätte von Ursachen und Wirkungen dient – sondern dass die Astrologie mittels APL eine Möglichkeit hat, externe –heißt also wahre - Ursachen mit primären – heißt also ausgangsprägenden - Wirkungen in sinnmachende Verbindung zu setzen. Damit können die verborgenen Tiefenstrukturen des Lebendigen mitsamt ihrer Gesetzmäßigkeiten für ein Individuum sichtbar gemacht werden; und dies alles sowohl im Sinne einer astrophilosophischen Lehre (wie es APL auch ist), als auch bezogen auf die individuelle Deutung eines beliebigen Geburtsbildes!

Dabei geht es vorrangig um die Frage, nicht „ob“, sondern „wie“ Ursachen und Wirkungen miteinander verbunden sind. Es ist die Art der jeweiligen Verknüpfung, die mittels APL sichtbar gemacht werden kann! Damit diese jeweils spezielle, latent vorhandene Tiefenverknüpfung, damit also der Informationsfluss zwischen Ursachen und Wirkungen nicht abreißt, muss es jedoch einen Übermittler geben, einen Träger- oder Botenstoff, der die Verknüpfung „wie Öl auf einer Fahrradkette schmiert“.

Meine Forschungen seit Mitte der Achtziger Jahre in diesem wichtigen Bereich haben in Bezug auf die Tiefenverknüpfung immer wieder darauf verwiesen, dass es derartige „Transmitter-Konstellationen“ –so werden sie innerhalb APL heute genannt- tatsächlich gibt! Allerdings nicht im Sinne von Konstellationen beziehungsweise Konstellationsbildern, wie sie sich üblicherweise über eine Felder- oder Zeichenstellung eines Planeten oder über Aspekte oder über Kombinationen von Felderspitze und Zeichen ergeben, sondern im Sinne einer „versteckten, indirekten Markierung“, einer „Nicht-Anwesenheit“, einer „deutlichen Indifferenz“, über die eine Ursache ihre Wirkung und eine Wirkung ihre Ursache finden kann.

Die Transmitter sind die mit am geheimnisvollsten wirkenden und zugleich höchst bedeutsamen Bausteine eines Geburtsbildes. Ein U/W-Transmitter beziehungsweise die entsprechende Konstellation ergibt sich nachweisbar wie folgt: Beispielsweise zeigt sich eine Ursache: Mond-Saturn durch Steinbock an Feld 4 und eine darauf bezogene Auswirkung: Saturn-Uranus durch Saturn in Feld 11. Man „löscht“ das in beiden Konstellationen gleiche Merkmal -hier Saturn- und erhält als U/W-Transmitter-Konstellation den „übrigbleibenden“ Mond-Uranus.

Dieser Mond-Uranus-Transmitter stellt in diesem Beispiel dauerhaft –aber sich dem leichten Erkennen weil indifferent wirkend entziehend- die Verbindung zwischen der Ursache: Mond-Saturn und der Wirkung: Saturn-Uranus her, sodass der Mensch über Mond-Uranus die Relation beider Ebenen erfahren kann. Die U/W-Transmitter können in manchen Fällen so stark wahrgenommen werden wie die „echten“ Konstellationen des Geburtsbildes, obwohl sie als „nur“ indirekte beziehungsweise versteckte, nicht-anwesende Konstellationsbilder im Sinne einer verdeckten Markierung gelten müssen.

Sie können jedoch immer als sinnmachende Begründung angeführt werden, wenn Menschen eine bestimmte Konstellation spüren beziehungsweise sich der Konstellation gemäß ähnlich bis typisch verhalten, obwohl sie diese Konstellation eben nicht direkt über einen Planeten in Feld oder Zeichen (Wirkung) oder über die Kombination von Felderspitze und Zeichen (Ursache) im Radix haben.

Die bisherige Erfahrung lehrt uns zudem, dass sich die verdeckten U/W-Transmitter langsam aber stetig in die Zusammenhänge von jeweiliger Ursache zu jeweiliger Wirkung einschleifen, ähnlich einem verdeckt wirkenden Öl auf einer Fahrradkette, welches nach einer Weile gänzlich sowohl eingezogen als auch aufgesogen ist. Unabhängig von verändertem Entwicklungsniveau werden dadurch mit den Jahren die Konstellationen von Ursachen und Wirkungen in ihrer Darstellung im Leben des Menschen langsam aber stetig verändert, sie werden –ohne jedoch dabei ihre eigentliche Wesenssubstanz zu verlieren - eingefärbt vom Naturell des Transmitters.

Sowohl meine Begleitforschung als auch beraterische Praxiserfahrung zeigt regelmäßig, dass die U/W-Transmitter sowohl für sich allein als auch im Ursachen- und Wirkungsbild umso deutlicher werden, je höher das Entwicklungsniveau eines Menschen ist. Dies hat seinen Grund vermutlich in dem Umstand, dass bei hohem Entwicklungsniveau eben die Verbindung von Ursache und Wirkung bewusster ist und demnach auch die Transmitter deutlicher zu Tage treten. Ein steigendes Entwicklungsniveau relativiert also die „immanente Indifferenz“ der Transmitter deutlich!

Es drängt sich der Gedanke auf, dass die U/W-Transmitter aufgrund ihrer bislang im Geburtsbild erforschten Eigenart eine astrologische Analogie zu den sogenannte „morphischen beziehungsweise den morphogenetischen Feldern“ haben. Morphogenese bedeutet soviel wie: “die Entstehung der Form”. Die Morphogenese beschreibt diejenigen Ursachen, die zur Formbildung der Welt führen, die sogenannte Formbildungsursachen. Rupert Sheldrake, der Entdecker der morphogenetischen Felder schreibt dazu unter anderem:

„Experimente zum Testen der räumlichen Aspekte morphischer Felder lassen auf eine Art von Nichtlokalität schließen, die gegenwärtig von der Schulwissenschaft nicht anerkannt wird. Dennoch wird sich vielleicht herausstellen, dass sie mit der Nichtlokalität oder Nichttrennbarkeit zusammenhängen, die ein integraler Bestandteil der Quantentheorie ist und Zusammenhänge oder Korrelationen über eine Distanz hinweg impliziert, die sich die klassische Physik nicht hätte träumen lassen. Albert Einstein beispielsweise war die Vorstellung einer „geistigen Aktion über eine Distanz hinweg“ zutiefst zuwider - aber seine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Neuere Experimente beweisen, dass diese Zusammenhänge von zentraler Bedeutung für die Physik sind. Die Nichtlokalität ist einer der überraschendsten und paradoxesten Aspekte der Quantentheorie: Teile eines Quantensystems, die in der Vergangenheit miteinander verbunden gewesen sind, behalten eine unmittelbare Verbundenheit, selbst wenn sie sehr weit voneinander entfernt sind. Zwei Photonen beispielsweise, die sich per definitionem mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und die sich in entgegengesetzten Richtungen von einem Atom entfernen, das sie ausgestrahlt hat, behalten eine direkte nichtlokale Verbundenheit - wenn die Polarisation des einen gemessen wird, weist das andere sofort die entgegengesetzte Polarisation auf, selbst wenn die Polarisation jedes Teilchens erst im Augenblick der Messung ermittelt wurde“.

Dies betrifft auch die Zusammenhänge, die innerhalb der Quantenphysik mit der sogenannte “Einstein-Podolsky-Rosen Korrelation” beziehungsweise den sogenannte “Wurmlöchern” beschrieben werden. Und es erinnert vor allem auch äußerst eindringlich an Erfahrungen, die während systemischer Aufstellarbeit gemacht werden können, auch daher wird Sheldrake´s Ansatz von Systemtheoretikern sehr ernst genommen, denn er könnte das sogenannte „Aufstellphänomen“ ebenso mit erklären, wie die Wirkungsweise von U/W-Transmittern.

Die Vermutung liegt nahe, dass die U/W-Transmitter die astrologische nachweisbare Analogie zu den morphogenetischen Felder eines Geburtsbildes darstellen und in diesem Sinne eine Art “karmisches und/oder systemisches Gedächtnis” eines Geburtsbildes sind. Dieses über die Transmitter erkennbare “Gedächtnis” kann verstanden werden wie ein vorab bestehender Plan, wie eine “Anweisung”, nach dem/der sich eine bestimmte Ursache und eine dazugehörige Wirkung selbst organisieren und mit einander “verschränken” (Begriff aus der Quantenphysik/mechanik: Zwei oder mehr verschränkte Teilchen können nicht mehr als einzelne Teilchen mit definierten Zuständen beschrieben werden, sondern nur noch das Gesamtsystem als solches).

Wenn man also den Plan kennt, an den sich Ursache und Wirkung erinnernd halten und nach dessen Vorgabe sie sich miteinander verbinden, wird deren Wechselwirkung - und damit die Wechselwirkung von Problem und Lösung - erheblich verständlicher.

Aufgrund der Entdeckung der U/W-Transmitter gibt es innerhalb der Astrologie seither auch eine methodisch begründete Möglichkeit, das Entwicklungsniveau eines Menschen in gewissem Ausmaße anhand seines Habitus´ in Kombination mit seinem Geburtsbild einschätzen zu können. Schon dies allein stellt einen unschätzbaren Wert dar, denn das Entwicklungsniveau ist ja ansonsten einerseits nicht in Geburtsbildern „messbar“ (wie alternativ zum Beispiel über eine graphologisch/psychologische Diagnose), andererseits aber natürlich eine der wichtigsten menschlichen „Messgrößen“ überhaupt.

Der Astrologe betritt also in jedem Falle die Hallen höchster astrologischer Deutungskunst wenn er in der Lage ist, die U/W-Transmitter, die ja eigentlich die „Natur der Nicht-Anwesenheit“ besitzen, innerhalb des Erscheinungsbildes von Ursachen- und Wirkungskonstellationen zu isolieren und damit inhaltlich eindeutig erkennbar zu machen (Hinweis hierzu: dies meint natürlich nicht das formelle Erkennen der Transmitter, welches ja wie alles andere innerhalb der AstroPolarity-Lehre vollkommen einfach ist, sondern deren Erspüren im Habitus des Klienten!). Hinzu kommt, dass es schon ein besonders bemerkenswertes Phänomen ist, dass sich einerseits das menschliche Entwicklungsniveau der Diagnostizierung über das Geburtsbild im Grunde prinzipiell entzieht, sich aber andererseits gerade über die ebenso „nicht-anwesenden“ und „indifferenten“ U/W-Transmitter in gewissen Grenzen dennoch erkennen lässt. So lässt sich das „Nicht-Erkennbare“ über das „Nicht-Anwesende“ schauen.

Welch eine tiefe Weisheit liegt darin verborgen! In den hier zugleich existenten Höhen und Tiefen astrologischer Deutungskunst sieht man sich erinnert an jene paradoxe, tiefe Eigenheit der Buddha-Lehre, wonach das „Selbst“ nicht in der stetig aber vergänglich nur im Werden und Vergehen begriffenen Welt der Erscheinungen aufscheint, dennoch sich aber eben nur über jene Welt der Erscheinungen letzten Endes finden lassen kann. Oder anders: Der Weg, den es aufzulösen gilt ist jener, den es zunächst zu gehen gilt, obwohl das, was man anstrebt, auf dem Wege selbst bis zu seinem Ende unerkannt bleibt.

Der eigentliche Sinn der Kunst der Transmitter-Diagnose für den Astrologen ergibt sich aus der Bedeutung der Transmitter selbst – nämlich der Frage: Was genau … hält die akausale Verbundenheit von Ursachen und Wirkungen eigentlich aufrecht?! In der herkömmlichen Astrologie, egal ob klassisch oder psychologisch oder spirituell orientierter Coleur, gibt es keinerlei Erkenntnisse und damit keinerlei Erfahrungen bezüglich der U/W-Transmitter.

Dies liegt nicht nur darin begründet, dass bislang nur die AstroPolarity-Lehre in die der Astrologie unbekannt gebliebenen Tiefen der Bedeutung von Ursache und Wirkung und deren Gesetzmäßigkeiten und Wechselspiele innerhalb eines Geburtsbildes vorgedrungen ist und die dabei gewonnenen Erkenntnisse, die kongruent mit Erkenntnissen aus anderen Humanwissenschaften und vor allem philosophischen Lehren (herausnehmend denen des Sokrates, Plato, Buddha, Konfuzius) sind, in einer einfachen und höchst effektiven synergetisch-universellen Deutungsmethode umgesetzt hat - sondern dass herkömmliche Astrologie „Horoskope eben nur interpretiert“. Dies üblicherweise de fakto über schablonenartiges, lineares Abgrasen möglichst vieler Merkmale. Dies ist (wie von mir oftmals gesagt) nicht "falsch" im Sinne eines "so-geht-das-gar-nicht", sondern gemessen an den heutigen astrologisch-methodischen Möglichkeiten schlicht viel zu wenig!

Solches führt nämlich unbemerkt immer in einen Interpretationsdschungel im Sinne einer Ablenkung vom Wesentlichen. Unabhängig davon, dass die mehrheitlich so arbeitenden Astrologen (inklusive ihres Klientels) dabei aber - ohne es zu wissen grundlos - glücklich sind, weil sie ja aufgrund der sich dabei für sie automatisch ergebenden Aussageüberflutung vermeintlich „ganz viel sagen können“. Wie genau aber dieses „ganz viele“ in seiner eigentlich nachweisbaren, darstellbaren Tiefenwirklichkeit von externen Ursachen und primären Auswirkungen verknüpft ist, danach wird nie gefragt. Und nach einem „Warum“ dieses Soseins erst recht nicht. Täte man dieses (im Bewusstsein der Möglichkeit darum), so ergäbe sich unmittelbar die „Erkenntnis des Nicht-Wissens“ – und damit eine (nun andersartige) Flut unbeantworteter aber existentieller Fragen nach der anderen.

Es ist klar, dass hier kein Nicht-Wissen (beziehungsweise/oder auch Wissen) im herkömmlichen Sinne nur rationaler oder gar nur intellektueller Potenz gemeint ist, sondern ein Wissen, welches einzig erwächst aus spirituell-metaphysisch-astrologischer Schau. Durch jenes Nicht-Wissen höher leitenden Wissens verspielt sich wertvollste astrologische Aussagequalität über das Hängenbleiben in unendlich wiederholbaren Quantitäten an der Oberfläche der Geburtsbilder. Derart existentielle Deutungsebenen wie die der U/W-Transmitter müssen in den Quantitäten herkömmlicher astrologischer Schau völlig verborgen bleiben. Eine „Spirituelle Astrologie“ oder auch eine sogenannte “Systemische Astrologie”, wie sie vielfach voreilig und übertrieben bezeichnet und in Anspruch genommen wird, kann es ohne das Wissen um die U/W-Transmitter nicht wirklich geben.

Das ist in der Tat mehr als schade, denn die „verbindende Wesenheit“ der Transmitter ist die astrologische -und in ihr methodisch begründbare- Antwort auf eine der grundsätzlichsten, universellsten und wichtigsten Fragen des Menschen überhaupt: „Was hält die Welt in ihren innersten Ursache-Wirkungskontexten letztlich und eigentlich zusammen ... ... ...?“

Und diese Frage betrifft nicht nur die Welt an sich, sondern in ihr natürlich auch ihr Abbild: das Geburtsbild! Und somit betrifft sie auch direkt und unübertrefflich konkret die astrologische Arbeit - egal, ob es sich innerhalb der Arbeit um existentielle Lebensfragen oder um eher banale Sachfragen handelt. Und sie betrifft insofern auch jeden einzelnen Astrologen – soweit er denn in hoch entwickeltem Bewusstsein des heute Möglichen zu arbeiten bereit ist.

Neue Erkenntnisse bezüglich der Bedeutung der Transmitter:

Nach Jahren der Beobachtung und Forschung gibt es sich verdichtende  Anzeichen dafür, dass die Transmitter, die ja gemäß der APL die  astrologische Abbildung des morphogenetischen Feldes eines Geburtsbild  skizzieren, nicht nur die bislang  nachgewiesenen Verbindungsglieder zwischen der Ursachen- und der  Wirkungsebene beziehungsweise der Wirkungs- und der Lösungswegsebene eines Geburtsbildes sind, sondern möglicherweise auch denjenigen Teil einer Anlagestruktur abbilden, der unabhängig vom freien Entscheidungswillen des Menschen - also innerhalb der Wirkungskonstellationen einer vorab bereits vorhandenen, also determinierten Konsequenz der jeweiligen Entscheidung entspricht.

Wenn die Transmitter für diese besondere Determiniertheit innerhalb des Rahmens einer Anlagestruktur stehen sollten, wäre die Astrologie einen enormen Schritt weiter bezüglich der Frage des Verhältnisses von  menschlicher Determination und Freiheit. Die sich über die  Transmitterforschung anbahnende neue Erkenntnis bedeutet nämlich nichts  anderes, als dass der Mensch zwar "im Gefühl von Freiheit" eine  Entscheidung (jedweder Art im Leben) trifft, die Entscheidung selbst  aber bereits vor ihrer Entstehung determiniert war. Das würde das  Verhältnis von Determiniertheit und menschlicher Freiheit an sich nicht  nur neu definieren, sondern zudem auf astrologischem Wege in jedem Geburtsbild individuell nachweisbar machen!

Die APL hat seit  langem auf astrologischem Wege bereits den Nachweis nicht nur für die  akausale Verknüpfung von Ursachen, Wirkungen und Lösungswegen  innerhalb von Geburtsbildern erbracht (und damit die  Aussageselbstbeschränkung der tradierten Deutungsmethoden aufgezeigt),  sondern über die Existenz der Transmitter auch das jeweils individuelle morphogenetische Feld in einem Geburtsbild sichtbar gemacht. Innerhalb der systemisch-astrologischen Arbeit von APL wird  dies immer wieder über die dort eingelagerten "Informationen"  nachweisbar.

Das alleine war und ist schon schlicht eine astrologische Sensation. Wenn nun aber die Transmitter - wie es den Anschein hat -  auch einen Einblick in die besagten "vorab vorhandenen, determinierten Konsequenzen von zu treffenden Entscheidungen" geben, so wäre damit eine weitere bahnbrechende astrologische  Erkenntnis für die Deutung von Geburtsbildern freigelegt und eigentlich ein weiterer Grund auch für die herkömmliche Astrologie gegeben, sich mit  ihnen eingehend zu beschäftigen.

4. APL-Deutungswegebene - Der Bindungskontext (Lösungsweg/Resource I)

Der Bindungskontext umgibt im Sinne einer Rahmenbedingung Ursache und Wirkung - damit Problem und Lösung - gemeinsam und gleichzeitig, so, wie Erde die in ihr gewachsene Pflanze umgibt. Dies meint: Wenn eine aus ehemaligem Blumensamen (Ursache) gewachsene Blume (Wirkung) aufgrund schlechter Erde plötzlich ihren Kopf hängen lässt (negative Auswirkung) macht es keinen Sinn, ihr diesen mit einem Stück Schnur an einem Bambusstab nur hoch zu binden. Dies entspräche nutzloser Symptombehandlung. Einzig Sinn macht es in solchem Falle, die Erde (= die Rahmenbedingung = der Lösungsweg = der Bindungskontext) in der die Blume steht, zu wässern und zu düngen. Dies allein verhilft der negativen Auswirkung (dem hängenden Blumenkopf) zur dauerhaften Wandlung in eine positive Auswirkung (dem frei stehenden und hoch gereckten Blumenkopf).

In gewisser Weise entspricht der Bindungskontext einerseits inhaltlich dem Begriff des Schattens (des verdrängten Entwicklungspotenziales), wie er als solcher in der Psychologie beziehungsweise Psychoanalytischen Therapie gebräuchlich ist. Er stellt insofern bislang nicht Gelebtes, Vergessenes oder auch nie Gewusstes dar. Der Mensch vergisst zu oft, die Erde (des Lebens) ausreichend zu wässern und zu düngen und „wundert sich“ in der Folge, warum denn das Schicksal der schönen Lebensblume das Köpfchen hängen lässt. Der Bindungskontext stellt zudem andererseits - wie auch der Schatten - eine Beziehung von der äußeren Welt der Wirkungsebene zur inneren Welt der Ursachenebene her und setzt sich daher formell-astrologisch folgerichtig auch selbst wieder aus Wirkung und Ursache zusammen. Der Bindungskontext ergibt sich in diesem Sinne sowohl durch Planeten (Wirkung=Form) wie auch durch Felderspitzen und Zeichen (Ursache=Inhalt). Daher besteht er selbst also auch aus einem ursächlichen und einem wirkenden Teil.

Dies begründet nun, warum bahnbrechend auch auf astrologisch nachweisbarer Ebene der Bindungskontext die eigentliche, systemisch vernetzende Kraft ist, welche die akausalen Verknüpfungsmuster von Ursachen und Wirkungen in der Welt erschafft. Für die praktische astrologische Arbeit ist dabei zu bedenken, dass nur mit dem wirkenden Teil des Bindungskontextes Änderungen an negativen Wirkungen vorgenommen werden können. Der ursächliche Teil des Bindungskontextes ist zwar wie immer mit der Wirkungsebene direkt verbunden insofern, als die Wirkung (=Planet) „in einer (nicht ihrer!) Ursache“ (=Feld und Zeichen) steht. Doch der ursächliche Teil der sich daraus ergebenden Konstellation ist – wie jede Ursache! (siehe dort) - an sich nicht änderbar beziehungsweise kann aus sich selbst keinerlei Änderung an negativen Auswirkungen erwirken.

Lösungsweg/Resource I (siehe Ausgleichskontext): Hinsichtlich des Leidens muss der primär rahmen gebende Bindungskontext positiv verändert werden. Das bedeutet: der Bindungskontext muss neu generiert werden, damit sich auch die negative Wirkung zur positiven Lösung wandeln und Ursachen (und damit unsere Determiniertheit) rückwirkend akzeptiert werden können. Nur ein positiver Bindungskontext ermöglicht es der guten Lösung, sich selbst zu finden. Dies ist der Königsweg, auf dem das eigene Schicksal annehmbar und zudem bewusst gestaltbar wird.

Soweit in der Gegenwartsastrologie, die leider immer noch fast ausschließlich von wie in Stein gemeißelten herkömmlichen und unzureichenden Deutungsformen und Interpretationsformeln dominiert ist, überhaupt annähernd ein Bewusstsein um die geschilderten Zusammenhänge besteht, wird ein Lösungsweg i.d.R. immer nur aus dem Symptom selbst geschlussfolgert. Simples Beispiel: Jemand hat vielleicht ein klassisches Rheuma über Mars-Saturn. Also sagt man ihm (bei vorausgesetzten Kenntnissen um psychologische Ursachenmodelle), er müsse doch sein Aggressionsproblem, dass er aufgrund der angestauten Energien in sich trägt, therapeutisch angehen, um sein Rheuma in den Griff zu bekommen.

So weit so gut. Falsch ist das ja nicht, aber es ist viel zu allgemein und vor allem viel zu wenig individuell, denn: diese Aussage trifft prinzipiell auf alle Rheumatiker der Welt zu! Eben genau diese Allgemeinheit und Individualitätslosigkeit der „Lösungsaussage“ führt dazu, dass auf herkömmlichen Wege im Grunde nur das Symptom behandelt und der „Lösungsweg“ nur kurz und ohne Nachhaltigkeit sein wird. Fazit: Immerhin … aber letztlich doch viel zu wenig! Astrologen und Psychologen gleichen in der Symptombehandlung beziehungsweise der fehlenden Ganzheitsschau den Schulmedizinern.

Einen solchen, letztlich nur am Symptom orientierten „Lösungsweg“ würde man aus APL-Sicht als „internen Lösungsweg“ titulieren – ähnlich der „internen Ursache“ (siehe dort), welche ebenfalls direkt aus ihrer Auswirkung (eben nur dem Symptom) schlussfolgerbar und die ebenso allgemein gültig wie individualitätslos war. Dem muss aber nicht sein, denn:

Analog zur externen, wahren Ursache gibt es in jedem Geburtsbild auch einen externen, wahren Lösungsweg: eben den Bindungskontext! Dieser ist – wie die externe Ursache – ebenfalls nicht aus der Auswirkung (dem Symptom) schlussfolgerbar, aber umso individueller und hilfreicher und deshalb langfristig um ein Vielfaches haltbarer. Steve de Shazer, der durch den sogenannte „lösungsorientierten Ansatz“ berühmt gewordene amerikanischer Therapeut, sagte einmal sehr richtig: „In der Regel haben Problem und Lösung nichts mit einander zu tun“. Astrologisch korrekt beziehungsweise passend im Sinne von APL wäre der Satz umformuliert: „In der Regel haben negative Auswirkung und externer Lösungsweg (Bindungskontext) nichts mit einander zu tun“.

Beispiel: Ein Klient kommt mit einem Anliegen/Problem, dass im Sinne der darauf bezogenen Fokuskonstellation (negativen Auswirkung) zum Beispiel in einem Neptun in Feld 9 (Neptun-Jupiter) liegt. Wenn zum Beispiel Waage an Feld 9 liegt (ursächlich Waagevenus-Jupiter), so wäre eine Venus, die zum Beispiel in Feld 10 stünde, im Sinne der Konstellation Waagevenus-Saturn der Bindungskontext für Neptun-Jupiter. Beide letztgenannten Konstellationen haben jedoch inhaltlich nichts mit einander zu tun, wenngleich sie methodisch und inhaltlich verknüpft sehr wohl in der Beziehung von negativer Auswirkung zu Bindungskontext (= Lösungsweg) stehen! Entwickelt also der Klient seine Waagevenus-Saturn-Konstellation im Sinne eines Lösungsweges für Neptun-Jupiter (nicht im Sinne der Konstellation als solcher!), so werden sich die negativen Auswirkungen letztgenannter Konstellation im Sinne des Lösungszieles ins Positive wandeln.

De Shazer´s Erkenntnis, die Anfang der 90iger Jahre von revolutionierender Tragweite war, hatte nicht nur eine nachhaltige Bedeutung für die therapeutische Methodik, sondern sie spiegelte ganz nebenbei auch wunderbar die Tatsache der Akausalität - nicht nur der menschlichen Psyche sondern der Welt an sich - wider. De Shazer war ein Therapeut, aber wenn man ihn philosophisch zuordnen sollte war er ein Konstruktivist, eingereiht in so honorige Persönlichkeiten wie White, Roth, Abel, von Glasersfeld, Watzlawik oder Elgine.

APL war und ist methodisch mit de Shazer´s Erkenntnisaussage deckungsgleich, wenngleich APL philosophisch gesehen keinesfalls reiner „astrologischer Konstruktivismus“ ist (Gott bewahre, die Welt und der Mensch in ihr ist mehr als wir uns in unseren selbstkonstruierten Modellen der Welt nur vorstellen möchten!). APL ist nur teilweise – vorrangig im Bereich der Deutung des 3. Quadranten - ein solch sich selbst erzeugender Konstruktivismus mit vornehmlich objektiven, existentialistischen, kosmologisch-spirituellen und systemischen Komponenten.

In dieser Verbundform ist APL maßgebend und allein stehend innerhalb der astrologischen Methoden und bestätigt in dieser Rolle für die Astrologie gegenüber den Humanwissenschaften und der Philosophie nicht nur deren Sicht auf das archetypisch akausale, paradox verknüpfte Verhältnis von Ursache zu Wirkung, sondern eben auch die Sicht auf das astrologisch, psychologisch, therapeutisch und spirituell wichtige Verhältnis von Wirkung zu Lösungsweg beziehungsweise Rahmenbedingung beziehungsweise Bindungskontext.

Anders gesagt: APL zeigt als bislang einzige astrologische Schulrichtung methodisch klar auf, dass die Akausalität des Lebens nicht nur in den Festen zwischen (externen) Ursachen und (primären, positiven und negativen) Wirkungen waltet, sondern auch in denen zwischen (primären und sekundären, positiven und negativen) Wirkungen und ihren Lösungswegen! Dies bezieht sich auf alle Arten von Geburtsbildern. Nur derjenige Astrologe kann wahrlich wirkungsvoll in Gänze des heute Möglichen und vollkommen unabhängig von der jeweiligen Fragestellung oder Begutachtungsmodalität heraus arbeiten, der dies zunächst rational verstanden und dann nach einer angemessenen Zeit der Übung in seinem empfindenden Tiefenwissen integriert hat.

In dieser Weise arbeitend ist die Astrologie und der Astrologe dann auch (endlich) in der Lage, sich jenseits der üblichen endlosen Beschreibung dessen was ist auch aufzuhalten in jenem Raum, der hingegen eine wahre und tiefe Begründung von und eine weitreichende und sinnmachende Einsicht in lebendige Prozesse zulässt. Also sozusagen in den Raum, in dem – neben dem astrologischen „Tagesgeschäft“ - auch diejenigen primär existentiellen Fragen wirklich beantwortet werden können, die die Astrologie und die Astrologen eigentlich ständig selbst in ihrer Arbeit aufwerfen.

Von sich berufen fühlenden Astrologen/innen wird heute einiges geredet und geschrieben über einen sogenannte „lösungsorientierten Ansatz in der Astrologie“. Der unastrologische Teil derartiger Äußerungen ist aus Einsichten der „Systemischen Psychotherapie“ abgekupfert (was an sich noch ganz in Ordnung geht), doch wenn es dann um die eigentlich wichtige, authentische Verknüpfung zu astrologischer Deutungsmethodik geht, verfallen diese Astrologen unbemerkt sofort und wie automatisch wieder zurück in all jene herkömmlichen Vorgehensweisen, die sie ja eigentlich erweitern beziehungsweise aus denen sie ja eigentlich herausführen wollten.

So als könnten sie diese, selbst in bestem Willen, einfach nicht überwinden. Der Raum, in dem die wahren Grundlagen jeglicher astrologischen Aussage - nämlich die basisgebenden Verknüpfungen von Ursachen und Wirkungen sowie Wirkungen und Lösungswegen sichtbar werden - wird auch heute immer noch vom Großteil der Astrologenschaft nicht betreten und bleibt unerkannt. Und jene, die das versuchen, gehen dabei i.d.R. unbemerkt ihrer eigenen, aus sich selbst nicht erweiterbaren astrologischen Tradition in die (selbst gebaute) Falle. APL-Astrologen/innen kommen da viel weiter, tiefer.

Wie dem auch sei: was unter anderem ein Steve de Shazer für die Therapeuten bahnbrechend als richtig erkannt hat, ist innerhalb APL astrologisch auch deutungsmethodisch nachweisbarer Usus: der Bindungskontext ist immer der wahre Lösungsweg und er liegt i.d.R. immer fernab der auf ihn beziehbaren negativen Auswirkung! Unter anderem daraus kann der so arbeitende Astrologe methodisch nachweisbar begründen (nicht nur behaupten!), warum viele Menschen ihre Schwierigkeiten nicht dauerhaft und wirklich überwinden können – sie suchen zwar nach Lösungen, aber eben schlicht an den astrologisch nachweisbar falschen Stellen!

Die Konstellation, die gemäß der Fragestellung des Klienten im Geburtsbild für den jew. Bindungskontext steht, entspricht dagegen exakt der zu suchenden, richtigen Stelle. Diese jew. Konstellation muss für eine dauerhafte Lösung unbeirrt konsequent verwirklicht werden, sonst ist keine wirkliche Lösung und Entwicklung möglich. Dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob es sich bei dem Anliegen des Klienten um kleine alltägliche Bagatellen oder um existentielle körperliche, seelische, geistige oder spirituell-mentale Nöte handelt. Die APL-Deutung ist universell einsetzbar.

Fazit: Der Bindungskontext stellt (nach der Beschreibung und Begründung der externen Ursachenebene) den zweiten und mit Abstand wichtigsten Teil der Antwort des Astrologen dar. Er ist der eigentliche astrologische Lösungsfokus für alle Arten körperlicher, seelischer, geistiger oder spirituell-mentaler Probleme und gilt universell – und damit absolut unabhängig von der Fragestellung beziehungsweise der Art des Geburtsbildes! Bleibt er unberücksichtigt, so ist die Antwort des Astrologen in jedem Falle verhältnismäßiges Bruchstückwerk mit kurzfristiger Wirkung. Astrologische Aussagen sollten jedoch –wenn sie wahren Wert für sich in Anspruch nehmen wollen-  langfristige, lebenswegleitende „Depotwirkung“ haben!

Zur Abfrage des Lebensverlaufes des bisherigen Bindungskontextes kann man in Beratungen direkt oder indirekt fragen: “Wie konnte es möglich sein, dass (...was ist...) geschehen ist?“

APL unterscheidet zwei Arten des Bindungskontextes:

1. Der „nahe“ Bindungskontext: 

Der Lösungsweg liegt der negativen und positiven Wirkung am nächsten, wenn der Fokus durch einen Planeten im Zeichen gebildet wird und die entsprechende Felderspitze für den Bindungskontext im gleichen Zeichen wie der Fokusplanet steht.

Beispiel: Merkur im Steinbock (Fokus) in 11, wobei 11 auch im Steinbock wäre und Saturn zum Beispiel in 9. Der Lösungsweg beinhaltet dadurch ebenso wie der Fokus eine saturnische Komponente. Fokus = Merkur/Saturn, Lösungsweg = Jupiter/Saturn. Der „nahe“ Bindungskontext ist im Sinne eines Lösungsweges im Verhältnis zum „fernen Bindungskontext“ daher leichter zu gehen – weil der „Startpunkt“ des Weges thematisch nahe der (negativen) Wirkung liegt. Hinweis: Dies gilt nur für einen Fokus, bei dem ein persönlicher Planet im Zeichen gewertet wird, da nach APL innerhalb der individualastrologischen Deutung kollektive Planeten nicht in Zeichen interpretiert werden.

2. Der „ferne“ Bindungskontext:


Variante - der Lösungsweg liegt der negativen und positiven Wirkung am fernsten, wenn der Fokus durch Planeten in Feldern gebildet wird. Der Lösungsweg setzt sich dadurch i.d.R. aus völlig anderen Komponenten (also zusätzlichen) als der Fokus zusammen.

Beispiel: Mond in 11 (Fokus), 11 zum Beispiel im Skorpion und Pluto in 5. Fokus = Mond/Uranus, Lösungsweg = Sonne/Pluto. Der Lösungsweg beinhaltet dadurch andere Komponenten als der Fokus.

Variante - der Lösungsweg liegt der negativen und positiven Wirkung am fernsten, wenn der Fokus durch einen Planeten im Zeichen gebildet wird und die entsprechende Felderspitze für den Bindungskontext im vorhergehenden Zeichen wie der Fokusplanet steht. Beispiel: Merkur im Steinbock (Fokus) in 11, wobei 11 in Schütze wäre und Jupiter zum Beispiel in 4. Fokus = Merkur/Saturn, Lösungsweg=Mond/Jupiter. Der Bindungskontext beinhaltet auch hier andere Komponenten als der Fokus. Die beiden Formen des „fernen“ Bindungskontextes sind im Sinne eines Lösungsweges im Verhältnis zum „nahen Bindungskontext“ daher schwerer zu gehen – weil der „Startpunkt“ des Weges thematisch fern der Wirkung liegt.


Merksätze zum Bindungskontext:

  • Gute Lösungen werden verhindert, wenn der Mensch aus „blinder Erfahrung“ und naiver Erkenntnislosigkeit im Sinne eines seelischen Schutzreflexes handelt. Dadurch sucht man blind nach Lösungen am „falschen Ort“. Man bleibt damit im Bannkreis des negativen Symptoms, da man den Bindungskontext nicht kennt oder ihn auch – was noch schlimmer ist - trotz Kenntnis verstandesmäßig als unlogisch abweist.
  • Negative Wirkungen finden in negativen (wandlungsresistenten) Bindungskontexten statt. Negative Bindungskontexte lassen in ihrem Rahmen nur negative Wirkungen zu.
  • Positive Wirkungen finden in positiven (wandlungswilligen) Bindungskontexten statt. Positive Bindungskontexte lassen in ihrem Rahmen nur positive Wirkungen zu.
  • Der üblicherweise in der herkömmlichen Astrologie (soweit sie überhaupt im Ansatz lösungsorientiert arbeitet) direkt aus dem Symptom beziehungsweise der Auswirkung geschlussfolgerte Lösungsweg ist weder wirklich individuell, noch dauerhaft haltbar. Holzwege wie diese sind in der Regel unendlich lang. Diese als vergleichsweise „intern schlussfolgerbar“ zu bezeichnenden Lösungsansätze spielen innerhalb APL keine Rolle.
  • Der Bindungskontext, den man im akausalen APL-Sinne als „externen“ wahren Lösungsweg bezeichnen kann, ist dagegen a) nicht aus dem Symptom beziehungsweise der negativen Auswirkung schlussfolgerbar, b) von höchster Individualität und c) für den Menschen langfristig haltbar.
  • Der positiv gewandelte Bindungskontext ist der eigentliche Schlüssel zur Veränderung! Er ist nicht die Lösung, er verhilft zu ihr. Er ist nicht das Ziel, sondern der Weg. Auch die Antwort des I-Ging eröffnet nur den Weg.


Schlussgedanken:

Aus der Ratlosigkeit entsteht Einsicht (Sokrates). Im redlichen Bewusstsein der Ratlosigkeit, also des Nicht-Wissens, entsteht dem Menschen nicht ein Nichts, sondern das lebensentscheidende wahre Wissen tut sich ihm kund. Genau so verhält es sich auch in dem Moment, wenn der Mensch, lange nach Lösung vergeblich gesucht habend, beginnt, an ungewohnt anderer, neuer Stelle zu suchen. Dabei bedarf es eines „Vertrauensvorschusses an das Schicksal“, den der Klient dem unbekannt vor ihm liegenden gewähren muss, wenn ihm der Astrologe in eben diesem Moment über den jeweiligen Bindungskontext den „kleinen Anstoß“ in die Richtung des eigentlichen Lösungsweges weist. Dabei erahnt der Klient in der Regel gleichsam in vorzeitiger Erinnerung dessen Richtigkeit – und macht sich auf den Weg.

In meiner Beratungspraxis habe ich es leider (viel zu) oft mit Menschen zu tun, die in ihrer Lebensvergangenheit von Psychologen, Therapeuten, Ärzten oder Astrologen auf lange und letztlich unwirksame Holzwege geschickt worden sind, weil die wahren Lösungswege wie immer fernab des Problems (eigentlich der negativen Auswirkung!) unerkannt übersehen wurden. Der (grundlosen) Zufriedenheit seitens des Klientels tut das Begehen von Holzwegen i.d.R. zwar dennoch zunächst erst einmal keinen Abbruch, denn solcherart Wege verbergen ihr Sosein ja am Beginn ihres Begehens (sonst würde sie auch sicher niemand in gutem Glauben wählen!). Und hinzu kommt unbeabsichtigterweise auch, dass das Gehen von Umwegen ja in gewisser Weise den Vorteil hat, dass man “die Gegend kennen lernt” (Zitat Bert Hellinger). Hätte der Mensch allerdings bewusst die Wahl, würde er sicher eher den direkten, wahren Weg wählen.

Neben dem Erkennen der Fokuskonstellation (siehe Wirkung) innerhalb eines astrologisch basierten Gespräches mit dem Klienten, die gesichert über die methodischen Prinzipien der „Leere im Zuhören“ (siehe dort) und der „Kreativen Reduktion“ (siehe dort) gefunden werden kann, ist das Vermitteln des Lösungsweges über die Bindungskontext-Konstellation der zweite Baustein höchster astrologischer Beratungskunst.

Auf ihn gründet sich der eigentliche und in den meisten Fällen oft „unbezahlbare“ Entwicklungsnutzen, den ein astrologisches Gespräch für den Klienten haben kann – vor allem, wenn es um existentielle Probleme und deren langfristige Lösung und Heilung geht. Wer auch nur im Ansatz in dieser Weise klientenbezogene Arbeit macht oder sich auf Geburtsbilder aus anderem Grund bezieht (zum Beispiel Ereignisse und so weiter ...), erfährt mittelbar am Klienten und unmittelbar an sich selbst die unleugbar wirkende, helfende Wesenheit dessen, was hier in Schlichtheit Bindungskontext genannt wird.

5. APL-Deutungswegebene – Der Ausgleichskontext (Lösungsweg/Resource II)

Der Ausgleichskontext liegt – rein formal astrologisch auf der Ursachenebene – dem Bindungskontext der Fokuskonstellation gegenüber. Er bildet sich ausgehend von der jeweiligen Fokuskonstellation durch das Zeichen an der jeweils dem Fokus gegenüberliegenden Felderspitze und durch den somit zugeordneten Planeten.

Beispiel: Die Fokuskonstellation (negative Wirkung) sei eine Venus in Feld 12. An der 12. Felderspitze sei Jungfrau, damit wäre der zugeordnete Planet Merkur, der zum Beispiel in Feld 11 stünde, der Bindungskontext. Gegenüber der 12. Felderspitze in Jungfrau liegen die Fische an Spitze 6, der zugeordnete Planet Neptun stünde zum Beispiel in Feld 1. Damit ergäbe sich als Ausgleichskontext für unser Beispiel Venus in Feld 12 eine Neptun-Mars-Konstellation. Formelles Fazit: Fokuskonstellation (negative Wirkung) ist Venus in 12, Bindungskontext ist Uranus-Merkur, Ausgleichskontext ist Neptun-Mars.

Die Wirkungsgrundlage des Ausgleichskontextes ist die Tatsache, dass sich Ausgleich nur durch Austausch ergeben beziehungsweise nur Austausch den Ausgleich bewirken kann. Dort, wo kein Austausch zwischen Kräften stattfindet, gibt es auch –vor allem im Konfliktfalle- keinen Ausgleich der Interessen. Austausch bedeutet zum Beispiel Kontakt, Dialog, Kompromiss, Balancegefühl, Neutralität (im Sinne ausbleibender Entscheidung) und so weiter ... – also alles Begriffe, die eine inhaltliche Affinität zum bipolaren Waageprinzip aufweisen.

Konkret auf das obige Beispiel bezogen bedeutet dies, dass die Neptun-Mars-Konstellation in Austausch sowohl mit der Fokuskonstellation (Venus in Feld 12) als auch mit dem natürlich auch weiterhin gültigen Bindungskontext (Uranus-Merkur) treten sollte. Eine Art Vermittlerrolle, eine Art neutraler Schlichterposition zwischen Fokus und Bindungskontext.

Der Ausgleichskontext ist prinzipiell immer erst als zweiter Lösungsweg (zweite Resource) in Betracht zu ziehen, nachdem es beim Beschreiten des ersten Lösungsweges (Bindungskontext) zu erheblichen Schwierigkeiten gekommen sein sollte – wenn also der Schatten nicht weichen wollte. Dann spricht man den „Hüter des Schattens“ an. Ein nach bisheriger Erfahrung guter Zeitraum für ein solches Handeln sind ein bis zwei Jahre, erst dann sollte im Sinne des Ausgleichkontextes beziehungsweise des jeweiligen Konstellationsbildes verfahren werden!

Lösungsweg/Resource II (zu I siehe Bindungkontext): Hinsichtlich des Leidens muss der sekundär rahmengebende Ausgleichskontext positiv verändert werden, wenn dies zuvor beim Bindungskontext definitiv nicht gelingen konnte. Das bedeutet: der Ausgleichskontext muss als vermittelnde, neutrale, austauschschaffende Instanz erkannt werden, damit sich die negative Wirkung über den Bindungskontext zur positiven Lösung wandeln kann. Der Ausgleichskontext ist also eine finale Möglichkeit, den Bindungskontext als primären Lösungsweg letztlich doch nutzbar zu machen.

 Der Ausgleichskontext stellt daher einen gegebenenfalls dritten Teil der Antwort des Astrologen dar – allerdings immer erst nach Ablauf eines ineffektiv verbliebenen Veränderungsprozesses über den Bindungskontext! Er wird dann vorübergehend zum neuen astrologischen Lösungsfokus!

Merksätze zum Ausgleichskontext:

  • Negative Wirkungen finden in negativen (wandlungsresistenten) Bindungskontexten statt. Negative Bindungskontexte existieren ihrerseits aber zudem in hintergründigen Milieus ungenutzter Ausgleichskontexte. Ausgleichskontexte sind –aus Sicht der Bindungskontexte- oft „Graue Eminenzen“, sie sind die „Hüter der Schatten“.
  • Der positiv gewandelte Ausgleichskontext kann letztlich zum initialen Anstoß einer Veränderung werden, obwohl er diese nicht direkt bewirkt (dies tut der Bindungskontext)! Er ist also auch nicht die eigentliche Lösung, aber er verhilft als Zweitresource zu ihr. Er ist der alternative Weg, nicht das Ziel.
  • Wenn der Ausgleichskontext identisch mit dem Fokus ist, so ist der Lösungsweg (über den Bindungskontext) im Prinzip vergleichsweise leichter zu gehen! Dies ist an sich möglich, weil der Fokus seinen Ausgleich in Richtung Bindungskontext dann bereits in sich trägt. Der Mensch trägt also in diesen Fällen die zweite Resource prinzipiell in direkter Nähe zur negativen Lösung herum. Wenn man dies allerdings nicht erkennt, kann man von „Ironie des Schicksals“ sprechen, denn die eigentlich nahe liegende Resource (im Sinne eines „Wink des Schicksals“) wird nicht genutzt. Ausgleichskontext und Fokus sind formal identisch, wenn im Geburtsbild die Ursachenebene des Fokusses der Ursachenebene des Bindungskontextes genau gegenüber liegt – oder anders: wenn der Fokusplanet ursächlich aus dem im gegenüberliegenden Feld kommt. Beispiel: Fokus = Mars in 10 (Saturn-Mars), Bindungskontext = MC in Waage mit Venus in 8 (Pluto-Venus7), Ausgleichskontext = IC in Widder (Ursachenebene des Fokus) mit wiederum Mars in 10. 
  • Ausnahmen der Zeitregel: Im Falle von isolierten Ketten im Sciptplan (siehe dort), wenn also Ursache-Wirkung-Bindungskontext einer einzigen Konstellation entsprechen, kann der Ausgleichskontext sofort die Rolle des Bindungskontextes als Lösungsweg einnehmen.
  • Der Ausgleichskontext (beziehungsweise die ihn vertretende Konstellation) hat keinen ausschließenden Charakter im Sinne eines „Weder-Noch“, ebenso keinen teilweise ausschließenden Charakter im Sinne eines „Entweder-Oder“, sondern einen einschließenden (austauschenden!) Charakter im Sinne eines „Sowohl-Als-Auch“. Dies bedeutet, dass über die Konstellation des Ausgleichskontextes erreicht werden kann, dass „sowohl“ die Konstellation der negativen Auswirkung „als auch“ die Konstellation des Bindungskontextes gleichzeitig und zu gleichen Anteilen lebbar werden.


Schlussgedanken:

Aufgrund der Existenz des Ausgleichskontextes gilt es der nahe liegenden Versuchung zu widerstehen, den Bindungskontext als den eigentlichen Lösungsweg zu früh durch den Ausgleichskontext als „dienlichen Hilfskonstrukt“ zu ersetzen, denn sein auf Austausch basierender Ausgleichscharakter bezieht sich immer zunächst auf den Bindungskontext als den ersten, primären, also den zu allererst zu gehenden Lösungsweg! Der Bindungskontext darf nicht zu früh aus den Augen verloren werden, nur weil es auf astrologischem Wege prinzipiell immer eine methodisch gesicherte „zweite Chance“ für eine gute Lösung gibt in Form des Ausgleichskontextes gibt.

Diese „zweite Chance“ zu früh in Anspruch zu nehmen gleicht Raubbau am eigenen Schicksal (beziehungsweise am Schicksal des Klienten) und wird nach aller Erfahrung dadurch „geahndet“, dass der Ausgleichkontext – wenn zu früh in Anspruch genommen - nicht zum erwünschten Ziel (der positiv gewandelten Auswirkung, siehe dort) sondern schlicht in eine Sackgasse führt.

Allerdings: Zwischen Bindungskontext und negativer Auswirkung gilt es nach Ablauf einer angemessenen Zeit authentischer aber fruchtloser Bemühungen dann jedoch zweifelsfrei und konsequent, über den Ausgleichskontext einen „Lösungsdialog“ zwischen den beiden herbei zu führen. Ausschließlich dies kennzeichnet die Bestimmung des Ausgleichskontextes, nicht mehr und nicht weniger! Seine thematische Neutralität ist vergleichbar mit der eines Schiedsrichters, der in keiner der beiden Mannschaften (weder der negativen Wirkung noch des Bindungskontextes) mitspielt.


Reflexion, Veränderung und Kraft

... wird möglich beziehungsweise nutzbar, wenn die Ursache von ihrer Wirkung wiedergefunden wird, gleich dem Vater, der nach langen Jahren von seinem, ihm verloren gegangenen Sohn gefunden wird. Dadurch wird primäres Empfinden freigesetzt, dessen Energie zum Beschreiten des Lösungsweges (siehe den Kontext) eingesetzt werden kann. Nur so können die schlimmen Wirkungen und damit die negativen Formen des Lebens nachhaltig ins Gute geändert werden.

Beispiel: Ein Stein wird vom Ufer (Ursache) aus ins Wasser geworfen. Wenn die Ringe auf dem Wasser (Wirkung) das Ufer erreichen, hat die Wirkung (wieder) eine Verbindung zur Ursache hergestellt, hat die Kraft ihre Quelle gefunden.

Ursachen können von Wirkungen gefunden werden, da Ursachen in ihrem Grundzustand unbewegt sind (Ursachen laufen ihren Wirkungen nicht davon). Die Bewegung der Wirkung (die Wellen des Wassers im Sinne einer folgenden seelisch/geistigen Reaktion) ist dann die Bereitschaft, das eigene Schicksals, so wie es in Inhalt und Form ist, anzunehmen. Dies entspricht der Reflexion. Nur reflektierte Wirkungen können ihre Ursachen erkennen! Bleiben Wirkungen unreflektiert, sind sie aus der Sicht ihrer Ursachen „verloren“ beziehungsweise werden vornehmlich in schlimmen Formen auftauchen.

Prinzipiell sind Ursachen in ihrem Kern unveränderbar. Dennoch wird – allerdings mit langen zeitlichen Verzögerungen, die innerhalb eines Menschenlebens nicht erfahrbar sind (ähnlich der Verschiebung der kontinentalen Erdmassen…) - eine Ursache durch die auf sie treffende Wirkung (Welle an Ufer) mit der Zeit einer Minimalveränderung unterliegen. Jedoch nicht im Sinne ihrer Form (denn externe Ursachen haben keine!) sondern im Sinne einer „Anexion von Information an ihrer Peripherie“: die Wellen des Wassers ändern in langer Zeit auch das Antlitz des Ufers – oder anders: wenn eine Wirkung ihre Ursache wiederfindet beziehungsweise auf sie trifft, mehrt und erweitert sie das „Informationspotential“ ihrer Ursache.

Damit geben sich Wirkungen unter anderem die Möglichkeit, ihre Formen zukünftig in gegebenenfalls positiverer Weise zu ändern, da sie aus erweiterten Inhalten (Ursachen) schöpfen. Unter anderem deshalb ist es wichtig, die Quelle der Kraft zu finden. Da Ursachen Aufgaben beziehungsweise den eigentlichen Problemen entsprechen heißt die Quelle der Kraft zu suchen auch, für eine Weile in voller Absicht problemorientiert zu sein. Eine „Ur-Sache“ existiert (als Zeitphänomen) vor ihrer Wirkung, ebenso wie die Frage vor der Antwort oder das Problem vor seiner Lösung. Dieses ist generell manifestiert im  „Prinzip der zeitlich bedingten Rangfolge“.


Ur-Sachen sind in menschlicher Wahrnehmung unbewusst. Aus sich selbst heraus aber sind sie jedoch bewusster als ihre Auswirkungen, vor allem, wenn diese unreflektiert geblieben sind.

Eine Ursache kann ihre Wirkung „betrachten und sie ein Stück ihres Weges begleiten“. Ursachen schauen unbewegt ihren Wirkungen nach. Jedoch kann die unreflektierte Wirkung ihre Ursache (dabei) nicht erkennen. Die unreflektierte Wirkung fühlt sich daher oft „von ihrer Ursache verlassen“. Unreflektierte Wirkungen schauen nie zurück und verlieren in der Zeit ihr Wissen um ihre Herkunft. Dies ist ein wichtiger Grund, warum Menschen oft sowohl ihre Probleme (Ursachen) nicht wirklich kennen als auch keine Kraft haben, sie zu lösen! Oder anders: die wahren Vernetzungen sind ihnen nicht bekannt.

Ursachen erscheinen im Lichte ihrer (reflektierten) Auswirkungen. Das Reflektieren über Auswirkungen offenbart daher auch (oft ungewollt aber willkommen) die Ursachen.

Ursachen und Wirkungen sind nicht nur auf ihrer jeweils eigenen Ebene vernetzt (monokausal beziehungsweise horizontal = einfache Logik), sondern auch untereinander (akausal beziehungsweise vertikal = „paradoxe“ Logik). Dabei folgen sie zudem einer klar bestimmbaren metaphysischen Mechanik. Im Geburtsbild wird ein überaus komplexes System sichtbar, dessen Inhalte und Formen zueinander in bislang unbekannter oder sogenannte unlogischer Vernetzung standen. Diese, in bislang unbekannte Tiefen verlaufenden Vernetzungen, sind deutlich und effektiv über APL erfassbar und liefern neue Erklärungen für Ungelöstes. Auf diesem Wege hat APL die astrologische Deutungsmethodik revolutioniert.

Die Wirkungen von gestern sind die Ursachen von heute – und umgekehrt. Oder: Die Antworten von gestern sind die Fragen von heute – und umgekehrt. Oder: Die Lösungen von gestern sind die Probleme von heute – und umgekehrt! Insofern entsteht immer eine unendliche Ursache-Wirkungs-Kette. Zu beachten ist dabei wichtigsterweise, dass Ursachen, die sich innerhalb der Ursache-Wirkungsketten aus vorherigen Wirkungen ergeben, fast ausschließlich interner Natur sind (siehe dort). Dagegen taucht die externe, wahre Ursache nur einmalig am Beginn von Ursache-Wirkungsketten auf!

In Sinne obiger Verkettungen sind Ursache und Wirkung eigentlich EINS und als solches letztlich nicht unterscheidbar! Ebenso wie Frage und Antwort oder Problem und Lösung. Diese Unterscheidungen trifft der Mensch nur in seinem normalen dualen Bewusstseinszustand über eine vorgestellte (3.Quadrant!) Zeitachse von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ursache und Wirkung sind insofern Phänomene, die nur innerhalb der Relativität beziehungsweise Dualität von Zeit existieren. Das bedeutet:

In der absoluten Zeit - der Ewigkeit (4. Quadrant) - existieren Ursache und Wirkung nicht.

Exakt über diese Erkenntnis ist die „Wahre Einheit des Geburtsbildes“ nachweisbar!


Tiefere Strukturzusammenhänge der Akausalität

Das Geburtsbild stellt je nach Anforderung und Betrachtungsweise eine jeweils individuelle Synergie beziehungsweise eine komplexe akausale Vernetzung von Ursachen (als der latent wartenden Aufgaben), Wirkungen (als der guten und schlimmen Lösungen) und Kontexten (als resourcengefüllte Wege zu guten Lösungen) dar.

Diese individuelle Synergie versteht sich in der Folge als die in diesem Augenblick für den Klienten subjektiv gültige Wahrheit beziehungsweise Lösung. Dabei gilt: Die Wahrheit ist ein flüchtiges Gut und eine Lösung ist immer vorübergehend. Oder anders: Die Wahrheit ist nur der im Moment unwiderlegbare Irrtum. Systemisch-astrologisch lassen sich einige Grundregeln bezüglich der akausalen Verknüpfungen von Ursachen und Wirkungen aufstellen:

Die Ursache einer Wirkung A kann gleichzeitig auch der Bindungskontext für eine Wirkung B darstellen. In einem solchen Falle wirken sich die Änderungen an Wirkung A auch auf Wirkung B aus, weil die geänderte (reflektierte!) Wirkung A eine Information an ihre Ursache leitet und die Ursache - nun aber als Bindungskontext von Wirkung B - diese (anektierte!) Information als geänderte Rahmenbedingung an Wirkung B weitergibt. Daraus ergeben sich sich wiederum verschiedene Deutungssätze. Die wichtigsten drei sind:

  1. Ursache A = Bindungskontext B.
  2. Der geänderte Bindungskontext einer Wirkung A ändert gleichzeitig auch Wirkung B. Das bedeutet: Bindungskontext A = Wirkung B.
  3. Eine Wirkung A findet immer innerhalb von Ursachen einer Wirkung B statt. 


Jedes Merkmal des Geburtsbildes kann demnach jeden zuvor beschriebenen Stellenwert beziehungsweise jede dieser Bedeutung haben, es kann Ursache, Wirkung, Bindungs- oder Ausgleichskontext sein und zwar je nach dem, als was beziehungsweise von wo aus man es bezüglich der momentanen alles entscheidenden Fragestellung betrachtet! Dies ist eine der wichtigsten Einsichten, die sich aus der Akausalität des Lebens ergibt. Sie ist – mithilfe der AstroPolarity-Deutungsmethode - direkt auf Geburtsbilder übertragbar und kann mit Leichtigkeit über den Lebensverlauf des Geburtsbildeigners bestätigt werden.

Beispiel: Eine Tür ist beidseitig passierbar und ist dabei mit einer Richtungsarretierung versehen. Abhängig davon, von wo aus man auf die Tür zu läuft, muss man sie zum Öffnen in die eine Richtung von sich wegstoßen, sie in die andere Richtung zum Öffnen jedoch an sich heranziehen! Außerhalb der AstroPolarity-Deutungsmethode ist es nicht möglich, weder die akausalen Verknüpfungen von Ursachen, Wirkungen und Lösungen sichtbar zu machen, noch die jeweils deutungsmethodische Rolle eines Geburtsbildmerkmales zu erkennen.

Gedanken zur Problemlösung und Resourcenfindung

Beratungen sollten immer einen langfristigen Effekt haben und den Klienten dabei in voller Eigenverantwortung belassen (wenige Ausnahmen beachten). Wichtig ist: Nur das Minimalste tun – aber mit größtem Nachdruck!


Nie einen Rat geben – wenn, dann immer zwei (Entscheidung beim Klienten lassen)

Kein Problem ohne Fokus – Frage: Wer hat das Problem? Wer trägt es wirklich? Kein Problem ohne Fokus, denn sonst hätte ja niemand das Problem. Astrologisch im Sinne APL beachten: das Problem ist „die falsche Lösung“, also nicht Ursache, sondern deren negative Wirkung.

Kein Problem ohne Ziel – Frage: Was soll anders werden? Was will das Problem im Guten erwirken? Dabei nicht die Abwesenheit eines Mangels sondern die Anwesenheit von etwas Gutem formulieren. Astrologisch: die Beschreibung der positiven Zustandsform der bislang negativen Wirkung.

Kein Problem ohne Hindernis – Frage: Was wäre, wenn es das Hindernis nicht gäbe? Hindernisse (die 2. Aufgabe) sind oft Schutzwälle, um nicht zur Lösung gelangen zu müssen. So erkannt, werden sie zum Zielfindungspotential und nicht länger nur Bewahrer des Status Quo. Astrologisch entspricht dies dem Bindungs/Ausgleichskontext. PS.: Wesentliche Hindernisse sind oft unbekannt/unbewusst oder: der Schlüssel zur Lösung wird oft an der falschen (bequemen) Stelle gesucht.

Kein Problem ohne Ressourcen – Frage: Wer oder was hilft mir, ans Ziel zu kommen? Wen oder was habe ich bisher übersehen? Einsicht: Man hat ungenutzte Ressourcen, sonst hätte man ja kein sinnvolles Problem. Astrologisch: siehe Hindernisse.

Kein Problem ohne verdeckten Gewinn – Frage: Was nutzt mir mein Problem? Womit müsste ich fertig werden, wenn das Problem gelöst wäre? Verdeckte Gewinne sind der geheime Un-Sinn der Sache. Motto: Leiden ist leichter als lösen.

Kein Problem ohne zukünftige Aufgabe – Frage: Was kommt nach dem gelösten Problem? Was wäre der „zweite große Schritt“? Das Neue sollte als Bestandteil des Alten verstanden werden, beziehungsweise die Lösung zieht weitere Kreise als man denkt. Astrologisch: Die nötige Lösung des Kontextes löst zeitgleich auch das erste Problem (dies entspricht der Beseitigung von Hindernissen und der Freilegung von Ressourcen), insofern löst sich ein Erstes dauerhaft durch ein Zweites. EIN Problem gelöst haben heißt also immer: eigentlich habe ich ZWEI gelöst!


*** * ***

Resumée:

Der Wert der AstroPolarity-Deutungslehre vom 5-fachen Weg, liegt – egal um welcherart Fragestellung es sich handeln mag – als unschätzbares Gut in der punktgenauesten und tiefstmöglichen Diagnostizierbarkeit von Ursachen und Auswirkung und in dem punktgenauesten und tiefstmöglichen Lösungs- und Heilungsangebot über den externen Lösungsweg, den Bindungskontext.


Den Pfeil – mit verbundenen Augen – leicht und sicher ins Schwarze treffen lassen …

*** * ***